Segeltörn durch die Ägäis
02-.16. Juli 2007
  Another Day - Another Bay  

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Die Yacht

Bavaria 37 "Bjarne"

Daten:

Ausstattung:
Länge über Alles: 11,55 m - Elektron. Sumlog, Echolot
Breite über Alles: 3,68 m - UKW , Radio, CD-Spieler
Tiefgang: 1,85 m - GPS, Kartenplotter
Verdrängung: 5,36 t -Autopilot
Kabinen: 3 - Navtex
Kojen: 6  
Großsegel : 26,00 m² Motor:
Genua : 31,00 m² Volvo MD 29 PS

Die Crew


Andreas: Skipper, Autor


Katja:
Co-Skipperin


Marika:
Crew, Steuerfrau

Daniel:
Crew, Steuermann

Das Revier

In vielen nautischen Veröffentlichungen wird die Ägäis, bzw das östliche Mittelmeer als eines der schönsten Segelreviere der Welt bezeichnet. Zu Recht muss man sagen. Traumhafte Buchten, die man wirklich nur vom Meer aus erreichen kann, imposante Bergketten und nette Menschen machten diesen Törn zu einem wunderbaren Erlebnis.
Die Zeit war genau richtig ausgewählt. Anfang Juni ist es hier noch nicht so überlaufen, wie im Juli oder August. Auch sind die Temperaturen dann mit ca. 30°C noch recht angenehm.
Der Wind ist hier etwas gewöhnungsbedürftig. Vormittags ist es in diesem Revier nahezu windstill. Erst gegen 11:00 hat man den Eindruck, dass eine höhere Macht den Schalter für die Windmaschine plötzlich gefunden hat. Innerhalb kürzester Zeit hat sich eine Windstärke von 5-6 aufgebaut. Diese Vergnügen hatten wir fast jeden Tag. Aufpassen muss man in Landnähe. Bedingt durch die hohen Berge und tiefen Einschnitte entstehen hier unterschiedliche lokale Verhältnisse an den hohen gebirgigen Leeküsten. Fallböen, die meist um 2 Bft heftiger sind, als der eigentliche Wind zwingen die Crews zum rechtzeitigen Reffen.
Oftmals wird in anderen Törnberichten in Verbindung mit den in den Buchten befindlichen Restaurants das Wort "Abzocke" erwähnt. Entweder hatten wir Glück oder ein anderes Empfinden, aber von Abzocke konnte hier eigentlich keine Rede sein. Zwar sind die Speisen in den doch eher einfachen "Restaurants" nicht zu vergleichen mit den Lokalen in Fethye , dennoch wurde unser Apetit immer befriedigt.


Der Törn



Zrückgelegt haben wir insgesamt 302 Seemeieln, davon 164 unter Segel und 138 unter Motor. Unsere längste Tagesetappe betrug 41 Seemeieln, die wir in knapp 6 Stunden "bewältigten". Selbst mit Reff 1 betrug unsere Spitzengeschwindigkeit an diesem Tag immer noch knapp 9 Knoten.

Ein paar Worte noch zur Bootscharter und Reiseabwicklung. Angefangen von der deutschen Charteragentur Achterspring bis hin zum Vercharterer BBS Yachting hatten wir eine rundum gute Beratung und Betreuung.

Auch die Reiseagentur Mastur vor Ort, die den Transfer, Betreuung und Quick-Check-In organisiert hat, sei hier lobend erwähnt. Alles hat prima funktioniert.
Und natürlich funktioniert so ein Segeltörn nur mit einer tollen Crew - und das waren wir.


0.Tag, Samstag, 02.06.2007: Düsseldorf-> Fethiye ; Anreise

Mit einer minimalen Verspätung heben wir um 14 :50 mit der LTU mit Kurs auf Dalaman ab. Vorher haben wir uns noch das mittlerweile obligatorische Fläschchen Sekt gegönnt.
Pünktlich landen wir in Dalaman. Da die LTU die einzige Maschine ist, die in diesem Zeitfenster gelandet ist, wirkt der Flughafen gespenstisch leer. Schnell durch den Zoll, auch das Gepäck lässt nicht lange auf sich warten. An meiner Tasche hängt ein oranges Schild mit der Aufschrift "HEAVY". Ein bisschen über 30 kg. Nunja ...
Unser bestellter Transfer bringt uns nach Fethiye, in die Ece Marina, eine der modernsten Marinas am ganzen Mittelmeer. Hier liegt unsere 37 Fuß große Segelyacht Bjarne .
Da wir mittlerweile schon 20:00 Uhr haben, ist das Büro des Vercharteres geschlossen.
OK, heute passiert nicht mehr viel. Schnell das Gepäck an Bord und erstmal Bier (Efes) in dem Marina-Supermarkt besorgen !!!.
Während Daniel und Andreas sich ein paar Döschen von dem türkischen Gebräu reinschrauben und Katja und Marika sich eine Flasche Weißwein in den Kopf stellen, merken wir schnell, dass wir Hunger haben.
Wir folgen einem Tip vom Vercharterer. Das Essen lässt allerdings etwas zu wünschen übrig.


1.Tag, Sonntag, 03.06.2007: Fethiye-> Insel Tersane 36°40.56'N 028°54.87'E

Track

Nun, hier kann ich mich kurz fassen. Jeder kennt den Ablauf, bevor es losgeht:
Bunkern, parallel läuft die Bootsübergabe, alle Lebensmittel und Klamotten verstauen, Wasser auffülen, Sicherheitseinweisung.
Genau wie in wochenlanger akribischer Törnplanung ausgearbeitet, legen wir pünktlich um 14:22 Uhr ab.
Unser heutiges Tagesziel ist die Insel Tersane.

Die Bucht, die wir angesteuert haben, ist ein Traum. Relativ leer und schon fast kitschig idyllisch.
Unser erstes Ankern klappt nicht auf Anhieb. Erst beim vierten Mal hält der Anker auf dem tiefen und ungleichmäßigen Grund. Nachdem die Mädels die Heckleine ausgebracht haben, liegen wir sicher wie in Abrahams Schoß.


2.Tag, Montag, 04.06.2007: Insel Tersane -> Kapi Koyu 36°28.58'N 028°53.60'E

Track

Heute fahren wir lediglich unter Motor in die vier Seemeilen entfernte Bucht Kapi. Auch eine traumhaft schöne Bucht. Wir gehen an den Steg des Restaurants. Zu dem Thema "Restaurant" sei hier nochmal folgendes erwähnt, für die, die dieses Revier noch nicht kennen:
Wenn man an einen solchen Steg, der meist aus einer abenteuerlichen Konstruktion besteht, geht, zahlt man dafür nichts. Man sollte aber im Gegenzug dafür in dem Restaurant essen gehen, oder zumindest ein oder zwei Bierchen trinken.

Die Betreiber sind hier nicht auf Almosen aus, sondern sie wollen ein Geschäft machen. Geben und Nehmen.
Nachdem wir mit unserem Dingi zum Baden und Schnorcheln eine Bucht weitergefahren sind, gehen wir abends in das Restaurant. Das Essen ist einfach, aber super lecker !


3.Tag, Dienstag, 05.06.2007: Kapi Koyu -> Ekincik Limani 36°49.4'N 028°33.95'E

Track

Unser heutiges Tagesziel heißt Ekincik Limani - eine große dichtbewaldete Bucht, deren gebirgige Kulisse am Nordstrand durch ein fruchtbares Tal mit einem Dorf unterbrochen wird.
Auf unserer Fahrt dorthin zeigt sich der Wind mehr als launisch - typisch für diese Revier. Eben noch Flaute und schon bläst er mit vier Windstärken auf einen angenehmen Halbwindkurs. Im Laufe des Nachmittages nimmt er bis auf 6 Bft zu und weht nun dummerweise genau aus der Richtung, in die wir wollen. Wir versuchen zu kreuzen, aber wir sind wohl noch zu nahe unter Land, sodass der Wind nie konstant aus einer Richtung weht. Irgendwann geben wir uns geschlagen und laufen den Rest der Strecke unter Motor.
Wir suchen uns die östliche, sehr geschütze Ausbuchtung Maden Iskele aus. Hier gibt es einen 100 m langen Holzsteg mit Murings. Die Mitarbeiter des Restaurnats "My Marina" helfen uns uns beim Anlegen. Die Kulisse, die sich an diesem Anleger auftut, wirkt auf den ersten Blick wie eine Ruine. Schaut man aber genau hin, erkennt man, dass sie ganze Anlage, die zu diesem Steg gehört nagelneu, auf alt getrimmt und bis ins kleinste Detail durchdesigned ist.
Irgendwie schön.
Da wir hier sicher liegen, beschließen wir, am nächsten Tag einen Bootsausflug über den Dalyan zu machen.


4.Tag, Mitwoch, 06.06.2007: Ekincik Limani ; Tagesausflug über den Dalyan

Wir bestellen uns ein Gullet für 10:30 und machen einen Preis von 100€ für eine vierstündige Fahrt über den Dalyan mit bestimmten Stoppunkten klar. Ein ganz schön großes Boot für nur zwei Pärchen.

Vorbei am berühmten Turtle Beach fahren wir zunächst zu den Ruinen von Kaunos, die in früheren Jahren eine blühende Hafenstadt war.Wir sind uns schnell einig : Alte Trümmer sind nicht so unser Ding. Allerdings ist ein den alten Ruinen ziemlich viel Leben. Große und kleine Eidechsen haben sich hier breit gemnacht.
Weiter gehts zur Stadt Dalyan, vorbei an den berühmten lykischen Felsengräbern.
Wir machen Stop an einem Restaurant, das natürlich (!) zur Cooperative der Gulletfahrer von Ekinicik Limani gehört. Special Price - guckst Du ?! Wir lassen uns wenig hierdurch beeindrucken und erkunden die kleine Stadt, in der wir noch ein paar Vorräte kaufen. Nach einem Bier im Cooperativen-Restaurant geht es dann wieder den Fluss hinunter. Wir machen noch einen Stop am Iztuzu-Strand, an dem die seltene grüne Meeresschildkröte Caretta Caretta, Ihr Eier ablegt. Nunja, tagsüber lungern hier die Touristen rum; nachts wird der Strand geräumt, sodass die Schildkröten hier freie Bahn haben.



Das Meer hat sich im Laufe des Nachmittages ganz schön aufgebaut., sodass die Rückfahrt nach Ekincik Limani eine ziemlich wacklige Angelegenheit wird. Aber der Gullet-Kapitän hat sein Schiff im Griff.
Abends dann gehen wir in das auf dem Berg gelegene Restaurant "May Marina". Es ist sicher das teuerste Essen, das wir im Laufe unseres Törns verspeist haben, dafür aber auch das interessanteste und leckerste !! Es hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Ein schöner Tag mit einem angemessenen Ausklang geht zu Ende





5.Tag, Donnerstag, 07.06.2007: Ekincik Limani -> Port Marmaris 36°51.05'N 028°16.79'E

Track

Am Morgen brechen wir auf nach Marmaris. Wir freuen uns auf eine vernünftige Dusche und ein geräumiges nichtschaukelndes Klo. Typische Seglerwünsche.

Ein angenehmer Wind mit 3-4 Bft bringt uns auf unseren gewünschten Kurs. Je mehr wir in die Bucht von Marmaris kommen, desto stärker weht der Wind, und wieder genau von vorne. Nach meinen Berechnungen müssten wir nun noch 5 Stunden gegen diese Bedingungen ankreuzen, um gegen 19:00 im Hafen zu sein. Das will keiner. Also Motor an und direkten Kurs. Der Wind nimmt weiterhin zu. 30 Knoten ! Wir machen unter Maschine nur noch 3 Knoten Fahrt. Endlich, wir nähern uns der Netsel Marina. Fender klar, Leinen klar, Dingi an den Bug. So langsam kommt Routine in die Crew.

Man nimmt uns in Empfang und weist uns einen Liegeplatz zu.
Es soll Leute geben, die haben schon gestöhnt, weil hier ein Kreuzfahrtschiff im Hafen lag, wir aber haben wirklich einen Grund zum Klagen. An der großen Pier, keine 100 Meter von uns entfernt, liegt ein Kriegsschiff der US-Marine, das hier gewartet wird.

Die Arbeiten gehen die ganze Nacht hindurch, die Diesel-Aggregate laufen auf Hochtouren.
Wir schauen uns in Marmaris, das touristisch schon etwas versaut ist, ein wenig um und füllen dann unsere Lebensmittelvorräte auf. Da wir keine Lust auf Touri-Lokale haben, besorgen wir uns für abends in einem Supermarkt jede Menge türkische Köstlichkeiten. Lecker !!!!

6.Tag, Freitag, 08.06.2007: Port Marmaris -> Ciftlik Limani 36°42.91'N 028°14.28'E

Track

Nach einer ausgiebigen Dusche und einem ordentlichen Frühstück verabschieden wir uns von Marmaris. Direkt hinter der Hafeneinfahrt setzen wir die Segel und dümpeln aus der Bucht von Marmaris. Der Wind schläft gegen 13:00 ganz ein. Der Wetterbericht hat eigentlich 6 Bft vorausgesagt. Unser Ziel, die Bucht von Bozukkale, werden wir wohl unter Motor anlaufen müssen. Das wären dann aber fast 20 Seemeilen. Während wir noch noch überlegen, sehen wir vor uns kleine Windfelder. Nix wie hin. um 13:40 können wir wieder Segeln. Um 14:30 hat der Wind so stark zugenommen, dass wir bereits das erste Reff in Genua und Groß drin haben. Um 15:00 sind Wind und Welle so stark, dass ich als Skipper erstmalig die Anweisung gebe, die Rettungswesten anzulegen und sich einzupicken.

Wind und Welle sind gegen uns. So werden wir es nich nach Bozukkale schaffen. Die nächste Bucht ist Ciftlik Limani. Also nix wie hin. Die Wellen spritzen mittlerweile über das Boot. Sehr erfrischend.

Die Einfahrt zur Bucht kann man erst kurz vor Land ausmachen. Hier zeigt unser Windmesser bereits 25-30 Knoten an.
Die Bucht ist einigermaßen geschützt. Wir entscheiden uns für einen Steg im Westen der Bucht. Der Wind kommt somit von hinten und entlastet die (wie wir später feststellen) etwas fragwüdige Muring. Der Steg gehört zu Mehmhet's Restaurant. Das Bild ist stimmig. Restaurant und Steg machen einen sehr verfallenen Eindruck. Ich mache mir Sorgen, ob die rostigen Ringe am Steg wohl unseren Heckleinen stand halten und entscheide mich für zusätzliche Achtersprings, die ich um die Stegpfosten wickele. Das soll halten.

Abends trinken wir dann ein paar Bier bei Mehmet und kochen und essen anschließend an Bord.
Wir lassen den Abend bei ein paar geistreichen Getränken ausklingen, bis wir in die Kojen versinken. Ich schlafe mal wieder an Deck.


7.Tag, Samstag, 09.06.2007: Ciftlik Limani -> Yesilova Hafen 36°41.52'N 028°02.52'E

Track

Wir wollen heute nach Yesilova kommen. 36 Seemeilen liegen vor uns. Der Wind, der die uns die ganze Nacht aufs Heck geblasen hat, dreht urplötzlich gegen 08:00 um 180°. Die Muring, die nur an einem recht kleinen Betonklotz befestigt ist, fängt langsam an, nachzugeben. Der Wind drückt unser Heck langsam unter den Steg. Aufbruch !
Kaum aus der Bucht raus, herrscht Windstille. Ja, ist es denn die Möglichkeit ?!
OK, wir frühstücken während der Fahrt - unter Motor. Kein Wind. Erst um 12:30, als wir am Kap der Halbinsel Loryma sind, ist er wieder da. Zwar nur 3-4 Bft, aber besser als nix. Segel raus ! Halbwind, achterlicher Wind, kein Wind. Scheiße ! Segel runter. Den Rest bis Yesilova laufen wir unter Maschine. So können wir wenigsten den Kühlschrank wieder anmachen. Kaltes Dosenbier ist uns gewiss.
Die Ansteuerung nach Yesiloava Hafen ist nicht ganz ohne. Aufgrund vieler Klippen und enger Passagen sollte man hier schon mal in die Seekarten gucken !

Kurz vor der Hafeneinfahrt ist der Wind wieder da. Immer dann, wenn man ihn nicht braucht ! Der Hafen ist eigentlich recht leer. Ich entscheide mich, mit Anker vorraus zwischen zwei Yachten zu gehen. Daniel lässt den Anker mitten im Hafenbecken runter Er hält sehr schnell, und wir nähern uns bei mäßigem Seitenwind mit dem Heck der Hafenpier. Heckleine raus. Fest !

Yesilova ist noch sehr urtümlich. Ein kleiner Ort, kaum Tourismus, ein paar Lokale und Shops - das war's.
Ich persönlich habe mich hier irgendwie sauwohl gefühlt.
Abends treffen wir in unserem favorisiertem Lokal Rainer wieder, der neben uns fest gemacht hat. Rainer hat mit 39 Jahren aufgehört zu arbeiten, lebt seitdem von seinen erfolgreichen Verkäufen und jetzigen Immobilien und schippert seitdem durch das Mittelmeer. Sowas wirft natürlich Selbstzweifel auf. Wir hatten dennoch einen sehr schönen und lustigen Abend und haben uns zu guter Letzt auch noch ein Wasserpfeife gegönnt.


8.Tag, Sonntag, 10.06.2007: Yesilova Hafen -> Bozukkale 36°34.06'N 028°00.76'E

Track

Das Wetter ist heute ein bisschen diesig. Der Wind nimmt - wie immer - im Laufe des Nachmittages zu. Vor allem aber dreht er immer mehr auf Nord. Das macht unseren Plan, in die Bucht Agil Koyu einzulaufen - die nach Norden hin völlig geöffnet ist - zunichte. Wir entscheiden uns kurzerhand nach Bozukkale zu fahren, was bereits auf der Rückroute liegt. Wir schaffen es, zum ersten mal die Segel auf Schmetterling zu stellen . Mit 8 Knoten laufen wir letztendlich aus dem Golf von Symi. Europa ist nur 3 Seemeilen von uns entfernt.
Um 16:00 hat der Wind bereits 6 Bft. Wir haben die Bucht von Bozukkale querab. Sehen können wir sie nicht, und wir müssen uns von daher auf die Navigation verlassen. Unter Maschine trotzen wir Wind und Welle. Wir gehen an den Steg, der direkt auf der SW-Einkerbung der Bucht ist.

Bei den vorherrschenden Windverhältnissen scheint dies die beste Möglichkeit zu sein. Weiter hinten in der Bucht gibt es noch weitere Stege und auch Muring-Bojen.
Wir gehen somit unmittelbar an den Steg unterhalb der Zitadelle. Natürlich gibt es hier auch ein Restaurant.
Marika. Katja und Andreas erklimmen dann auch die Ruinen der Zitadelle, der Weg, der zum Teil am Abgrund verläuft, ist nicht ganz ungefährlich, macht aber Spaß ! Der Blick von oben ist überwältigend. Klare Sicht bis Rhodos in der Abenddämmerung - und ich hier oben alleine mit zwei Zitadellen-Mäusen ....
Nunja, ganz alleine sind wir hier oben dann doch nicht.
Wir kochen an Bord und gehen anschließend noch ein Bier im Restaurant trinken, dessen Dieselgenerator aber dann doch eher zu laut ist. Zu ungemütlich.





9.Tag, Montag, 11.06.2007: Bozukkale -> Ekincik Limani 36°49.47'N 028°33.10'E

Track

Der Wind hat sich über Nacht nicht beruhigt. Als wir aus Bozukkale auslaufen, haben wir immer noch 5-6 Bft. Die See ist unruhig. Da der Wind für uns günstig steht und laut Wetterbericht in den n ächsten Tagen abflauen soll, nutzen wir die Chance für einen langen Schlag nach Ekincik Limani. 41 Seemeilen liegen vor uns.
Wir schaffen bis zu 9 Knoten. Temporausch pur. Im Laufe des Tages lässt der Wind etwas nach. Dennoch schaffen wir die Strecke in knapp 6 Stunden.

In Ekincik Limani waren wir schon mal. Diesmal aber gehen wir in die nordwestliche Ausbuchtung vor Anker.
Der Grund ist hier reiner Sand. Optimal also. Erstmalig können wir frei schwojen. Marika bezeichnet es nachwievor als schwofen. Ganz unrecht hat sie damit nicht. Im Laufe des Abends nimmt der Wind wieder zu und erreicht nachts in Spitzen bis zu 30 Knoten.

Marika und Daniel setzen mit dem Dingi über zum Ort und ergattern noch etwas Eis, um unseren Kühlschrank auf Temperatur zu halten.
Die Nacht wird unruhig. Ab und zu rauschen ein paar Kettenglieder aus (wir haben keine Teufelskralle). Der Anker hält. Während Katja und ich eine sehr unruhige Nacht verbringen und immer wieder auf die Instrumente gucken, verbringt der Rest der Crew die Nacht im Tiefschlaf.
Ich schlafe, wie fast immer, an Deck. Gegen Morgen weht nur noch eine leichte Brise.


10.Tag, Dienstag, 12.06.2007: Ekincik Limani -> Aga Limani 36°37.02'N 028°51.99'E

Track

Weiter geht's. Eine unruhige Nacht liegt hinter uns. Wir frühstücken und lichten den Anker. Wir möchten in der westlichen Ausbuchtung von Ekincik Limani noch etwas baden und schnorcheln. Wir Ankern und legen eine Landfeste zu einem Baum aus. Um 11:15 geht es dann los. Unser heutiges Tagesziel, die Drachenbucht liegt fast schon wieder im Golf von Fehtiye. Wir haben eine moderaten Halbwindkurs von 3 bis 5 Bft. Zeit, auch mal ein paar Mann-über-Bord-Manöver unter Segeln zu üben.
Das Interesse bei den Mädels ist groß. Der Fender geht über Bord. Ebenso groß wie das Interesse ist auch der Erfolg.

Abgesehen von 1-2 Fehlanläufen bekommen wir den Fender bequem wieder an Deck - und das trotz recht starkem Wellengang. Gut gemacht, Mädels !!
Aber eben aufgrund der Welle (1,5 m), die sich wohl über Nacht aufgebaut hat, rebelliert Marikas Magen.
Gegen 16:00 erreichen wir die südwestlichste Spitze vom Golf von Fethiye, und somit Landabdeckung. Obwohl der Wind immer noch heftig bläst, sind die Wellen mittlerweile verschwunden. Marika bekommt wieder Farbe ins Gesicht. Alles wird gut. Wir laufen in den südwestlichen Teil der Drachenbucht.

Das Manöver mit der Landleine dauert viel zu lange. Die Mädels bekommen den schweren Festmacher nicht um den großen Stein geknotet. Währeddessen driftet die "Bjarne", die bereits vor Anker liegt und im Rückwärtsgang nach Luv steuert, aufgrund des Seitenwindes gegen ein beachbartes Boot in Lee. Endlich ! Der Knoten hält, dank eines beherzten Gullet-Matrosen der in unserer Nähe liegt. Wir könnem die Heckleine über die Winsch legen und uns wieder Richtung Luv kurbeln. Geschafft !
Wir besprechen die Taktik dieses Manövers und kommen überein, beim nächsten Mal erst die Landleine mit Hilfe des Dingis an Land festzumachen, dann den Anker zu werfen, und dann die Landleine an Bord zu bringen. Nun, Segeln ist ein fortlaufender Lernprozess.


11.Tag, Mittwoch, 13.06.2007: Aga Limani -> Atbükü 36°43.39'N 028°54.63'E

Track

Wir wollen heute zunächst einmal Göcek anlaufen. Wir brauchen noch einige Lebensmittel, Frischwasser und Trinkwasser und mal wieder ein Stückchen "Zivilisation".
Wir gehen an den Anlger der Gemeindemarina und zahlen hierfür eine kleine Parkgebühr.
Göcek ist ein kleiner beschaulicher Ort, der hauptsächlich vom Yachttourismus dominiert wird. Da wir heute morgen nicht gefrühstückt haben, lautet unsere erste Mission: "Nahrung aufnehmen !"

Zwischen den ganzen Touri-Lokalen finden wir auch ein Restaurant, in dem nur Einheimische sitzen. Wir bekommen gerade noch den letzten Tisch. Ein kleines Menue für rund 2,50 Euro wird uns serviert. Da kann man nicht meckern.
Weiter geht's durch den Ort. Die Mädels kaufen nach guter türkischer Tradition Kopftücher (siehe Crewfoto).
Zu guter letzt werden die Vorräte (irgendwelche Lebensmittel, aber hauptsächlich Bier, Wein und Raki) wieder aufgefüllt. Planmäßig legen wir um 15:27 wieder ab. Nach einem kleinen Umweg suchen wir uns die Bucht namens Atbükü aus. Sie ist sehr geschützt, sehr idyllisch und ausser uns Ankern hier nur noch 3 weitere Yachten.

Diesmal führen wir das Manöver mit der Landleine so aus, wie wir uns am voherigen Abend überlegt haben.
Die Mädels steigen in das Dingi uns paddeln zum Ufer, um die Landleine an einem vorher ausgewählten Baum zu befestigen. Soblad die Leine fest ist, lässt Daniel den Anker auf ca. 12 Meter Tiefe runter. Wir stecken fast 50 Meter Kette. Der Anker packt. Das Dingi ist mittlerweile am Heck der Bjarne, sodass wir die Landfeste sofort belegen können. Perfekt !
Nach dem Anlegeschluck ziehen wir Marika mit dem Bootsmannstuhl in den Mast. Weiter als bis zu ersten Saling möchte sie nicht.
Wir gestalten einen kulinarischen Abend an Bord - mit reichlich Alkohol.
Marika haben wir natürlich vorher wieder aus dem Mast geholt.


12.Tag, Donnerstag, 14.06.2007: Atbükü-> Boynuz Bükü 36°43.39'N 028°54.63'E

Track

Ich bin mal wieder als erster an Deck und genieße die morgendliche Stille die mich umgibt. Während ich so vor mich hin seniere, reißt mich ein intervallartiges Plätschern und ein furchtbarer Gestank aus meinen Gedanken. Scheiße !
Jemand ist auf der Bordtoilette und pumpt in den mittlerweile (schon wieder vollen) Fäkalientank, sodass des Seglers Ausscheidungen aus dem Überlauf strömen. Solche unschönen Handlungen können in der Türkei teuer werden. Ich brülle ein lautes "Stop" nach unten.
Das Pumpen hört auf und ich habe wahrscheinlich dabei die ganze Bucht geweckt.

Marika kommt mit bleichem Gesicht und gekrümmten Oberkörper vom Klo. Ohje ! Magenkrämpfe und Durchfall. Keiner weiß, woher das plötzlich kommen könnte.
Nun, ich gebe sofort das Komando zum Aufbruch, da wir den Tank dringend außerhalb der Bucht entleeren müssen.
Dummerweise haben wir uns mit einer anderen Ankerkette verhakt. Das Problem wird schnell gelöst und wir verschwinden aus der Bucht. Da Marika nicht zum Arzt oder zur Apotheke will, fahren wir zunächst in die Quellenbucht. Auf dem Weg dorthin kreuzt ein einsamer Delfin unseren Weg.

Wir verweilen fast 4 Stunden in der Bucht, schorcheln, relaxen, ein bisschen was essen. Marika geht es immer noch nicht besser. Um 13:20 gehen wir Anker auf, um noch ein bisschen im Golf von Göcek zu segeln. Es herrschen mittlerweile nur noch knappe 3 Windstärken.

Um 17:25 machen wir in der Bucht Boynuz Bükü am Anleger des Restaurants fest. Es ist ziemlich voll hier.
Marika geht es mitlerweile wieder ganz gut.
Abends gehen wir in dem einfachen, aber absolut leckeren und idyllischen Restaurant essen. Wir können uns wirklich nicht beklagen !!!
Wir lassen den Abend an Bord mit geistreicher Unterhaltung und ebensolchen Getränken ausklingen.

 


13.Tag, Freitag, 15.06.2007: Boynuz Bükü-> Fethiye 36°37.39'N 029°06.17'E

Track

Unser letzter Segeltag. Die Engländer, die neben uns lagen, sind trotz 50 Liter Spirituosen, die sie am Abend vorher zu sich genommen haben, erstaunlich früh wach und auch wieder fit.
Während Marika und Daniel sich noch im Tiefschlaf befinden, spaziere ich mit Katja ein bisschen durch die Bucht. Auf dem Rückweg nehmen wir uns ein frisch gebackenes Brot aus dem Steinofen des Restaurants mit.

Nach dem Frühstück legen wir um 11:35 ab, Kurs Fethiye. Ein letztes Mal ist der Wind uns wohlgesonnen. Ein schöner Halbwind mit 5 Bft begleitet uns bis zum Golf von Fethiye. Kurz vor dem Hafen bergen wir die Segel.
Bevor wir unsere Bjarne wieder an den Steg des Vercharteres legen, müssen wir noch volltanken. Wir drehen ein paar Wartescheleifen im Hafen, da es sich an der Tankstelle schon staut.
Um 15:30 mache ich dann den letzten Eintrag ins Logbuch. Wir sind wieder an derselben Stelle, von der wir vor knapp zwei Wochen gestartet sind. Waren es wirklich schon zwei Wochen ?
Das Logbuch zu schließen, erfüllt mich immer mit etwas Wehmut. Wie in einem Film lasse ich die Bilder der vergangenen Tage nochmal an meinem geistigen Auge vorüberziehen.
Ein schöner Urlaub und ein schöner Törn.
Kaum eine Stunde später erfolgt die Übergabe der Yacht, während Daniel und Marika zur nächsten Apotheke pilgern. Ihre Magenkrämpfe haben wieder zugenommen.
Das Prozedere der Übergabe läuft absolut easy. Eine Kontrolle mit Abhaken der Checkliste, sowie oftmals in Deutschland üblich, will keiner machen. Es ist schließlich Urlaub. Die Kaution erhalten wir sofort zurück.

14.Tag, Samstag, 16.06.2007: Fethiye -> Düsseldorf ; Abreise

Da die Bjarne heute nicht mehr verchartert wird, können wir so lange an Bord bleiben, wie wir wollen.
Wir gehen nochmal richtig ausgiebig duschen. Die Sanitären Anlagen in der Ece Marina sind wirklich mustergültig.
Mittags treffen wir uns mit Orhan, einem entfernten Arbeitskollegen von Marika der Mastur Reiseagentur. Wir laden ihn zum Essen ein, um uns für den bevorzugten Service vor Ort zu bedanken.

Er führt uns in ein Restaurant, das all unseren Erwartungen an die türkische Küche mehr als gerecht wird.

Nach dem Essen schlendern wir noch ein bisschen durch Fethiye - auf der Suche nach Mitbringsel für die Daheimgebliebenen. Die Temperatur beträgt mittlerweile 36°C. Wir wissen, dass eine Hitzewelle auf das südliche Mittelmeer zukommen soll. 45°C und mehr werden vorausgesagt. Zeit, zu verschwinden.

Um 21:40 setzen wir wieder in Düsseldorf auf. Unser Urlaub ist zu Ende.



 

 

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