Ijsselmeer / Waddenzee 2004

Die Yacht

Bavaria 34-3, Name "Leonie"

Daten:

Ausstattung:
Länge über Alles: 10,80 m - Anker-Kette: 30-50 Meter - Kompressor-Kühlsystem
Breite 3,48 m - Elektron. Sumlog, Echolot - Sprayhood
Tiefgang: 1,35 m - UKW , Radio, CD-Spieler - Warmluftheizung
Kabinen: 3 - GPS  
Kojen: 6  
Großsegel (Roll): 28,2 qm Motor: 
Genua (Rollreff): 25,8 qm  Volvo MD2030 (29 PS)
 
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Die Crew


Torsten Vieting:Skipper
Allzeit bereit.
Wenn er den Kochlöffel so schwingen könnte, wie das Ruder, würde er nicht nur Käpt'n Blaubär, sondern auch Alfred Biolek in den Schatten stellen.


Stefan Flögel: Co-Skipper, Navi
Der Elektromechaniker an Bord.
Ein Multi-Talent, das tagsüber den Salon zu seinem Schlafgemach erklärt hat ("Weckt mich, wenn wir da sind").

Andreas Dittlof: Co-Skipper, Navi
Der Bordälteste.
Hat stets ein flottes Sprüchlein auf den Lippen, das bei den Bootsnachbarn in den Häfen nicht immer gut ankommt.


Britta Hübert: Crew, Steuerfrau
Die Humorvolle.
Legt es gerne auf kleine Sticheleien mit dem Bordältesten an.
Abgesehen davon, ist sie an Bord nicht mehr zu ersetzen.


Stefan Lenz: Crew, Steuermann
Der Ruhepol an Bord.
Spricht bei starker Welle nicht sehr viel, ist aber dafür bei Ortsbegehungen als Pionier ein Ass.


Anja Neuhaus: Crew, Steuerfrau
Als Bordakademikerin vertritt sie das Motto: "Lieber draußen frieren, als drinnen kotzen!"
Hat sich trotz leichtem Unwohlsein tapfer geschlagen. Sie freut sich schon auf den nächsten Törn.


Lena Flögel:Crew, Steuerfrau
Unsere Jüngste.
"Man sage mir einen Kurs, und ich werde ihn halten."
Sie kann mit jedem Autopiloten mithalten und ist absolutes Nachwuchstalent. Sie hat leider nur zwei Tage durchgehalten, aber es wird nicht ihr letzter Törn gewesen sein.


XXX: blinder Passagier
Hat nicht viel geredet und auch nicht mit angepackt.
Wir haben ihn in Hindeloopen wieder von Bord geschmissen.


1.Tag Samstag, 21.08.2004
Lemmer 52°50.987'N 05°41.844E -> Trintelhaven 52°38.106'N 05°24.891'E
19 sm, davon 1 sm unter Motor

Zeit
Log
 
13-10
10392
Ablegen Heimathafen Lemmer
13-20
10392
Tanken
14-15
10392
Schleusen Prinses Margriet Sluis
14-35
10393
Genua gesetzt Reff 1
15-15
10394
Motor aus / Groß gesetzt Reff 1
17-45
10411
Motor an / Segel bergen
18-00
10411
Trintelhaven
Das Wetter
teils sonnig, teils bewölkt
Wind: 4 Bft, NW
klare Sicht

Es ist noch dunkel in Wattenscheid, als zwei vollgepackte Kombis gegen 6 Uhr durch die leeren Straßen in Richtung Holland fahren. Bei guter Laune und noch verschlafenen Gesichtern erwarten wir den Sonnenaufgang irgendwo am Rande der Autobahn. Um kurz vor 9 Uhr haben wir Lemmer erreicht. Da bei unserem Vercharterer 'Sailcharter Lemmer' noch niemand da ist, fahren wir während des ersten Regenschauers in den Ort und kaufen noch die letzten wichtigen Nahrungsmittel (Bier, Wasser, Vla...).
Zurück im Yachthafen, können wir direkt unsere „Leonie“, übernehmen

Nachdem alle Gegenstände an Bord verstaut sind, frühstücken wir zunächst ausgiebig.
Es folgt noch die Übernahme und eine Sicherheitseinweisung.
Um 13.10 Uhr ist es dann endlich soweit. Es erfolgt der erste Eintrag im Logbuch: "Auslaufen aus dem Starthafen in Lemmer". Wir fahren Richtung Grote Brekken, halten noch kurz zum Tanken und laufen dann die Prinses-Margriet-Sluis an. Hier müssen wir uns in die Warteschleife der Sportboote einreihen und machen an der Dalbenreihe fest. Nach einer guten halben Stunde vor dem Schleusentor der Prinses Margriet-Sluis dürfen nun auch wir hinein.
Lena überwacht das Geschehen vom Bug aus.
Ohne dass uns ein Höhenunterschied aufgefallen ist, laufen wir aus der Schleuse in die Lemmerbucht des Ijsselmeeres aus. Nach nur wenigen Metern setzen wir die Segel. Nach einem Kampf mit dem verklemmten Großsegel können wir wieder aufatmen und laufen unter erstem Reff in Richtung Zwischendeich. "Nie wieder ein Mastrollsegel !!!"
Nach knapp 2,5 Stunden haben wir die ersten grün-weißen Baken querab. Wir umschiffen diese seichte Stelle und laufen in Trintelhaven ein. Abgesehen vom Checkpoint Charly, einer kleinen Kneipe gibt es hier nichts, keine Sanitäreinrichtungen, Strom, Wasser, aber auch keine Hafengebühren. Kurz ein sehr ruhiger und einsamer Hafen, der sich optimal zum Grillen eignet. Und genau damit lassen wir den Abend ausklingen.

2.Tag Sonntag, 22.08.2004
Trintelhaven 52°38.106'N 05°24.891'E -> Hindeloopen 52°56.315'N 05°24.370'E
26sm

Zeit
Log
 
11-00
10411
Ablegen Trintelhaven
11-10
10411
Segel setzen , Kurs 060°
13-30
10422
Kursänderung Richtung Stavoren
16-00
10429
Stavoren steuerbord querab
18-15
10437
Segel bergen vor Hindelopen
18-30
10437
Anlegen Hafen Hindelopen
Das Wetter
teils sonnig, teils bewölkt
Wind: 4 Bft SO
klare Sicht
Nach dem Frühstück und Abwasch heißt es um 11 Uhr "Leinen los". Wir nutzen die Gelegenheit und fahren in diesem einsamen Hafen noch ein paar Manöver um zu wissen, wie sich Leonie verhält (Radeffekt, etc.).
Dann geht es unter voller Besegelung bei Windstärke 3 aus Südost und dicht bedecktem Himmel in Richtung Nord. Im Laufe des Tages reißt der Himmel immer mehr auf und die Sonne setzt sich durch. Bei diesem Wetter geht es der gesamten Crew gut und auch die zehnjährige Lena hat als Rudergängerin ihren Spaß.

Um 13.30 Uhr machen wir eine Kursänderung auf 290 ° und es geht ganz dicht vorbei an der Marina Stavoren Buitenhaven und weiter entlang der Ostküste des Ijsselmeeres. Einige Zeit später haben wir den Kirchturm von Hindeloopen in Peilung und navigieren fortan auf Sicht. Keine 5 Stunden nach unserer Kursänderung erreichen wir die Ansteuerungstonne zwischen Hindeloopen und der Einfahrt nach Workum.

<- Die zwei Damen auf der Badeplattform

Lena beim gesicherten Sonnenbad->

Wir bergen die Segel und motoren zum Meldesteiger des großen und vor allem vollen Yachthafens. Der Hafenmeister weist uns die Box 510 zu. Wir fahren quer durch den Hafen bis zu unserer Box.

Nachdem die Leonie gut vertäut ist und Landstrom anliegt, lässt Lena verlauten, dass sie aufgrund von Langeweile und Heimweh gerne nach Hause möchte. Somit verständigt Stefan die Eltern, die sich sofort auf den Weg nach Holland machen.

Nach einem super Abendessen genießen wir einen traumhaften Sonnenuntergang. Da es am nächsten Tag auf die Waddenzee gehen soll, studieren die Skipper anschließend den Stromatlas, Gezeitentabellen, Seekarten und den Törnführer, während Anja und Stefan L. noch den Ort erkunden. Gegen 22.00 Uhr erreicht uns dann Lena´s Vater und Lena geht von Bord. Abschließend sitzen wir noch in der Plicht zusammen und trinken noch das ein oder andere Bier.

3.Tag Montag, 23.08.2004
Hindeloopen 52°56.315'N 05°24.370'E -> Vlieland 53°17.796'N 05°05.344'E
34 sm, davon 3 sm unter Motor

Zeit
Log
Aktionen
10-15
10437
Ablegen Hindeloopen
10-30
10438
Segel setzen , Kurs Nordwest
13-15
10449
Segel bergen vor Schleuse Kornwerderzand
13-30
10450
Segel setzen nach der Schleuse
17-30
10470
Segel bergen vor Hafen Vlieland
17-40
10471
Anlegen Hafen Vlieland
Das Wetter
bedeckt, trocken
Wind: 4-5 Bft NO
Für den heutigen Tag haben wir geplant West-Terschelling anzulaufen. Da die Törnführer für dieses Ziel empfehlen Kornwerderzand eine Stunde vor Hochwasser, also heute um 14 Uhr zu verlassen, wollen wir gegen 13 Uhr die Schleuse erreichen um noch ein kleines Zeitpolster in Reserve zu haben.
Somit laufen wir viertel nach zehn aus Hindeloopen aus und nehmen bei Windstärke 3-4 aus Ost-Nordost unter voller Besegelung Kurs 340 ° auf.
Bei diesen Wetterverhältnissen erreichen wir recht zügig den Abschlussdeich
.
Wir erreichen gegen 13.15 Uhr die Schleuse Kornwerderzand und zwängen uns mit vielen anderen Schiffen zusammen in die Schleusenkammer. Voller Erwartung schieben wir wenig später mit der Leonie durch den kleinen Vorhafen hinaus auf das Wattenmeer. Wir sind alle beeindruckt!
Das Wasser ist hier trotz Bft. 4-5 nahezu ganz glatt, während wir zuvor auf dem Ijsselmeer schon durch die Wellen stampfen mussten. Wir setzen wieder die Segel und folgen in den nächsten Stunden dem Inschot, nahe vorbei an einer großen Gasbohrinsel bis hinein in den Vliestroom.

Dabei genießen wir die Weite des Meeres und die Eindrücke der Wasserfarben, Himmelskonturen, Wolkenbilder... Vom Vliestroom aus, vorbei am "Naturreservaat Richel" steuern wir das Schuitengat an, einen sehr kleinen, flachen Priel, der uns auf dem kürzesten Weg nach West-Terschelling bringen soll.
Schnell jedoch wird uns klar, dass Tiefgang des Schiffes und Wassertiefe irgendwie nicht zueinander passen und entschließen uns ersteinmal für den Rückzug.
Wir kommen überein, unser Tagesziel von Terschelling nach Vlieland zu verlegen. Über Funk haben wir vorab mitgehört, dass hier noch Liegeplätze frei sind. Sollte der Hafen nämlich voll sein, so kommt eine Kette vor die Einfahrt und man ist gezwungen abzudrehen.

Einige Zeit später haben wir Steuerbord voraus zwei lange Holzstege , zwischen denen sich eine winzige Einfahrt versteckt. Wir können nicht glauben, dass wir dort hinein müssen. Ein Blick in die Karte überzeugt uns jedoch: Es handelt sich wirklich um die Hafeneinfahrt von Vlieland. Bei der Ansteuerung ist zu beachten, dass der Strom immer quer kommt. Wir bergen also die Segel, halten weit vor und sausen mit Schwung in die enge Hafeneinfahrt. Wir gehen als drittes Boot längsseits ins Päckchen und haben Glück, dass uns der Nachbar mit einem langen Stromkabel + Y-Stück aushelfen kann.
Wir lassen den Abend nach dem Essen und einem kleinen Hafenrundgang gemütlich ausklingen und verbringen somit unsere erste Nacht in einem Tidengewässer.

4.Tag Dienstag, 24.08.2004
Vlieland 53°17.796'N 05°05.344'E -> West-Tershelling 53°21.931'N 05°13.453'E
31 sm, davon 1 sm unter Motor

Zeit
Log
Aktionen
13-00
10471
Ablegen Hafen Vlieland
13-10
10471
Segel setzen , Kurs Nordwest
16-35
10487
Segel gerefft. 53°19.219'N, 05°15.654'E
17-30
10491
Segel bergen vor Hafen West-Terschelling
18-00
10492
Anlegen Hafen West-Terschelling
Das Wetter

bedeckt bis sonnig
Wind: 6-7 Bft, NW

Nach einem ausgiebigen Frühstück machen sich Anja und Torsten bei Nieselregen zu Fuß auf den Weg die Insel wenigstens ansatzweise zu erkunden. Oost-Vlieland ist ein nettes kleines Dörfchen mit einer typisch holländischen Einkaufsstraße. Wenn man dieser folgt kommt man automatisch zum Leuchtturm. Der Weg auf diesen Hügel, der der höchste Punkt Frieslands ist, wird durch einen wunderbaren Ausblick über Waddenzee, die Inseln und einen Teil der Nordsee belohnt (empfehlenswert).

Da wir aus den Anstrengungen des Vortages gelernt haben, lassen wir uns im Hafen von Vlieland noch Zeit und werfen erst um 13.05 Uhr die Leinen los.Wir nehmen Anlauf und schießen in den Querstrom vor der Hafeneinfahrt. Dann werden die Segel gesetzt und es geht zwischen Vlieland und der Naturschutzinsel Richel hindurch in das Hauptfahrwasser.
Von hier geht es bei guter Sicht, um 4 Windstärken und strahlendem Sonnenschein mit dem Strom in Richtung Ost, bis das Hochwasser einsetzt und sich der Strom umkehrt.
Somit kehren auch wir um und segeln fröhlich munter mit dem Strom zurück.

Nach einigen Seemeilen ohne Betonnung (Kurs exakt 293°) haben wir fast die Kreuzung zum Slenk erreicht, als uns die kleine Schauerfront einholt, die uns bereits den ganzen Tag am Horizont begleitet hat. Der Wind und die Böen nehmen sehr zu. Nach nur wenigen Minuten ist der Regen vorüber und auch die Wellen schwächen langsam ab, obwohl uns der Wind ohne Böen noch eine ganze Weile erhalten bleibt.

Weiter geht es durch den Slenk, die Kardinaltonne West passiert und die Hafenmole direkt voraus. Knapp vor der Einfahrt ertönt ein langer Ton (Achtung) und kurz darauf drei kurze Töne (Maschine geht zurück). Das war für uns das Zeichen, das wir noch warten mussten und zunächst die Fähre hinausfuhr.
Dann schoben wir uns langsam hinein, vorbei am Fährhafen, vorbei am Traditionshafen der braunen Flotte hinein in den Yachthaven. Mit einiger Ausdauer haben wir es geschafft trotz des starken Seitenwindes römisch-katholisch am Steg anzulegen. Auch hier kam uns wieder ein netter holländischer Segler zur Hilfe und übernahm die Vorleine.
Nach einem kleinen Spaziergang durch den Ort West-Terschelling haben wir in aller Ruhe an Bord gegessen und den Abend gemütlich ausklingen lassen. In den späteren Abendstunden konnte man sehr schön die Lichtsignale und Befeuerungen auf dem Wasser beobachten, während in der Ferne über Harlingen ein Gewitter zu sehen war.

5.Tag Mittwoch, 25.08.2004
West-Tershelling 53°21.931'N 05°13.453'E -> Harlingen/Noorderhaven 53°10.536'N 05°24.865'E
24 sm, davon 6 sm unter Motor

Zeit
Log
Aktionen
10-45
10492
Ablegen Hafen West-Terschelling
11-15
10494
Segel setzen , Motor Stand-By im Slenk
11-30
10495
Segel reffen, 2. Reff
11-45
10491
Motor aus
13-10 - 13-40
10503-10506
Unter Motor durch die Strömung
15-30
10515
Segel bergen vor Hafen Harlingen
15-50
10516
Anlegen Noorderhaven/Harlingen
Das Wetter

bedeckt bis sonnig
Wind: 6-7 Bft, NW

Nach dem Frühstück bummelt ein Teil der Crew erneut durch den Ort, bevor wir dann um 10.45 Uhr ablegen. Wir laufen bei Windstärke 5 zusammen mit zahlreichen Skuitsje aus. Das erste Stück bis zur Untiefentonne fahren wir noch gegen den Wind mit Motor und setzen erst dann die Segel. Es geht zurück durch den Slenk, gegen 11.45 Uhr erreichen wir den Meep, den wir weiterhin mit den Plattbodenschiffen gen Westen aufkreuzen.
Als wir uns aufgrund der Strömung beim Kreuzen kaum noch westwärts bewegen, bergen wir die Segel und laufen für eine halbe Stunde unter Maschine gegen den Strom. Dann haben wir den Vliestroom erreicht, setzen erneut die Segel und luven an auf Kurs 180 °. Unserem GPS-Gerät nach laufen wir derzeit mit dem Strom in der Spitze 9,4 kn über Grund.

Während fast die gesamte Crew ein Mittagsschläfchen hält, erreichen wir den zur Zeit noch überspülten Steindamm vor Harlingen. Kurz drauf haben wir das Richtfeuer in Sicht und laufen dann zielstrebig in den Noorderhaven ein. Dies ist ein kleiner langer Kanal in der Innenstadt.

Wir bekommen um 15.50 Uhr soeben noch einen Platz direkt hinter der Brücke. Ein Blick auf die Gezeitentabelle verrät uns, dass wir einen Tidenhub von zwei Metern zu erwarten haben und somit vertäuen wir uns tidengerecht.

In Harlingen sind derzeit Fischereitage und wir schlagen uns bei einem Rundgang durch die Stadt durch die Menschenmengen. Während des Abendessens kann man dann gut ein- und auslaufende Schiffe beobachten. Im Laufe des Abends tapen wir noch den Riss im Großsegel und kontrollieren häufiger unsere Festmacher in Bezug auf die Tide - alles ok.

6.Tag Donnerstag, 26.08.2004
Harlingen/Noorderhaven 53°10.536'N 05°24.865'E -> Medemblick 52°46.253'N 05°06.738'E
24 sm, davon 2 sm unter Motor

Zeit
Log
Aktionen
10-45
10516
Ablegen Hafen Harlingen
10-55
10516
Segel setzen , Kurs West-Südwest
12-05
10521
Segel bergen vor Schleuse Kornwerderzand
13-15
10523
Segel setzten nach Schleuse, Kurs Südwest
16-30
10540
Segel bergen vor Medemblick
16-45
10540
Anlegen Hafen Medemblick
Das Wetter

bedeckt bis sonnig
Wind: 6-7 Bft, NW

Nach dem Frühstück macht ein Teil der Crew noch einen kleinen Landgang. Zurück an Bord hören wir erneut den aktuellen Wetterbericht ab. Die Aussichten sagen 6-7 Bft. NW. Aufgrund der Kenntnisse über das Ijsselmeer schlägt Torsten den Weg durch das Binnenland vor. Da wir das Schiff jedoch am Freitag Nachmittag abgeben müssen , wird die Zeit für diese Route zu eng. Somit kommen wir überein, doch den Weg über Waddenzee und Ijsselmeer anzutreten.
Gesagt getan; wir legen also um 10.45 Uhr in Harlingen ab und gehen erneut hinaus auf das Wattenmeer. Mit guten 6 kn segeln wir durch den Boontjes in Richtung Kornwerderzand. Die dortige Schleuse erreichen wir dann schon um kurz nach zwölf. Wir müssen noch einige Zeit vor der Schleuse warten und setzen somit erst wieder um 13.15 Uhr die Segel auf dem Ijsselmeer.
Jetzt heißt es neuer Kurs 210° und gut festhalten. Auf Tipp eines netten Skippers, den wir in der Schleuse kennengelernt haben, wollen wir Medemblick anlaufen. Das Ijsselmeer ist, wie nicht anders zu erwarten war, bei Windstärke 5 zunehmend 6-7 aus NW und einer See von 0,6 Metern nicht sehr angenehm.
Auch als der Wind 7 erreicht und die Wellen in Spitzenwerten auf 0,8 m kommen, halten wir tapfer durch und steuern um 16.30 Uhr in den Binnenhaven von Medemblick.
Dieser Hafen mit seinen guten Sanitäranlagen erhält von uns die Auszeichnung "schönster und günstigster Hafen der ganzen Woche". Auch die Besichtigung des kleinen Ortes ist empfehlenswert.
Auch wir wandern nach dem Essen noch durch die Einkaufsstraße und die Uferpromenaden, bevor wir den letzten Abend an Bord gemütlich im Kreise der Crew ausklingen lassen. Allmählich werden wir traurig, dass diese Urlaubswoche sich schon dem Ende neigt, wobei es noch gilt den letzten Tag voll auszukosten.

7.Tag Freitag, 27.08.2004
Medemblick 52°46.253'N 05°06.738'E -> Lemmer 52°50.987'N 05°41.844'E
23 sm, davon 4 sm unter Motor

Zeit
Log
Aktionen
10-05
10540
Ablegen Hafen Medemblick
10-15
10541
Segel setzen , Kurs Ost-Südost
11-25
10548
Reffen
12-30
10554
Einholen der Genua wg. Riss am Achterliek
13-40
10560
Segel bergen vor Prinses Margriet Sluis
14-55
10563
Anlegen Heimathafen Lemmer
Das Wetter
bedeckt, regen, Nebel
Wind: 6-7 Bft, S

Der letzte Tag ist angebrochen. Wir genießen ein letztes Mal das Frühstück an Bord und werfen um 10 Uhr die Leinen los. Das Wetter meint es noch gut mit uns. Bei Windstärke 4-5 und bedecktem Himmel ist es schön, zu segeln. Doch bereits gegen 11.25 Uhr hat der Wind auf 6 zugenommen, sodass wir reffen und dennoch 6 kn Fahrt durchs Wasser machen. Es hat angefangen zu regnen. Im Laufe des Tages soll es noch schlimmer werden. Das Ijsselmeer wird zunehmend unruhiger und der Wind legt noch um eine Stärke zu, wodurch sich Wellen von bis zu 0,7 m aufbauen, die die Leonie achterlich oder seitlich treffen. Auch auf dem Funkkanal 16 (Notruf) ist einiges zu hören, unter anderem von einer Havarie vor Medemblick.
Mittlerweile segeln wir mit nur noch zu einem Drittel gesetztem Großsegel bei knapp fünf Knoten Fahrt durch das Wasser weiter Richtung Lemmer. Hinzukommt das sich die Sicht durch Nebel mittlerweile auf knappe 500 Meter reduziert hat. Wir schalten unsere Positionslampen ein und kontrollieren unsere Position öfter anhand des GPS-Gerätes.
Langsam wird es ungemütlich an Deck. Wir ziehen die Kapuzen noch etwas tiefer in's Gesicht:
Stefan hat es damit allerdings etwas übertrieben.
Um 13.40 ist es dann soweit, das Richtfeuer von Lemmer ist in Sicht. Während wir scheinbar endlos vor der Schleuse warten, wärmen Britta und Anja das Essen auf. Endlich öffnen sich die Schleusentore.
Als wir dann endlich im Charterhafen ankommen, legen wir um 14.55 Uhr in der letzten freien Box an und erfreuen uns nochmal an einer warmen Mahlzeit an Bord. Anschließend packen wir die restlichen Sachen zusammen und beladen die Autos.
Dann bedanken wir uns bei unserer guten "LEONIE" für das schöne Segelerlebnis und übergeben sie an den Vercharterer. Nach der Endabnahme geht es dann (mal wieder auf dem Landwege) ab in Richtung Ruhrgebiet.
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