Ansegeln 2008
 
Fotos sind durch klicken zu vergrößern!  

Amwindkurs hatte wieder zum alljährlichen Ansegeln geladen. Über Ostern sollte es nach alter Tradition auf die Friese Meere gehen. Ausgangsbasis war – wie immer - Langweer. Nachdem die letzten Tage vor dem Osterfest temperaturmäßig ein wenig in den Keller rutschten, dämmerte es dem einen oder anderen Mitsegler, dass die Skiunterwäsche dieses Jahr auch einen anderen Zweck erfüllen sollte. Dazu später mehr. Wir hatten aber auch einige superschöne Stunden mit Sonneschein und tollem Wind. Diese Fotos zeigen wir hier nicht. Bilder mit schicken Segelbooten auf Amwindkurs mit Badenixen im Bikini an Deck gibt es ja zu Hauf im Netz. Hier wird das wahre Leben dokumentiert…

26 Leute folgten dem Aufruf und fanden sich am Karfreitag im Villapark Langweer ein. Wir wollen hier nicht verschweigen, dass der eine oder andere etwas gemischte Gefühle hatte, als er beim Grenzübertritt nach Holland die Landschaft in einem feinen Zuckerguss aus frischem Neuschnee vorfand.
Nach Übergabe der Bungalows konnten diese Zweifel durch Aufdrehen der Heizungen sowie der Herstellung der Einsatzbereitschaft der Zapfanlagen schnellstens zerstreut werden. Das Leben ist eben doch ein Ponyhof.

<-- Am frühen Nachmittag wurden die Boote übernommen und der erste Ausflug ging nach Joure

Leider war das Wetter nicht so prickelnd, so dass der eine oder andere Schneeschauer abgewettert werden musste. Die Holländer haben für diese Zwecke Spezialbauten errichtet, über die sogar Autos fahren können -->

Lange, lange Zeit waren wir nicht mehr auf dem Wasser. Um so schöner waren die ersten Eindrücke des Gefühls, wieder mit dem Wind über das Wasser zu gleiten. Bei kalten einstelligen Temperaturen, wollten wir es nicht übertreiben und haben den ausgiebigen Landgang mit einem Fußmarsch zur Fischbude in Joure verbunden. Und siehe da, die Welt war jetzt wieder richtig in Ordnung!

Man munkelt, es hätte die eine oder andere Crew gegeben, die den Rückweg unter Motor angetreten hat. Wahr ist in jedem Fall, dass einer Bootsbesatzung die Finger eingefroren sind, wobei einstimmig beschlossen wurde, keine Aktivitäten mehr mit dem Boot zu veranstalten, die Auskühlung oder Erfrierungen hätten begünstigen können.

Zum Ausklang des Tages fand sich die Seglergemeinschaft am frühen Abend im schon legendären Bungalow 98 ein. Ohne weitere Details zu nennen kann man getrost behaupten, Ballermann 6 ist das reinste Altenheim gegen den Bungalow 98!

Der scharfe Beobachter erkennt sofort, dass dieser Tag besonders hart an Mensch und Material gezerrt hatte.

Beim 98er wurde die Terrasse mit Grills bestückt. Dieser Abend war der gemeinsame Grillabend. Ein kaltes Buffet wurde mit mitgebrachten Salaten und anderen kulinarische Köstlichkeiten aufgetischt. Die Tische bogen sich bedenklich durch…. Lecker!!!

Die Nacht stand im Zeichen des Vollmondes. Wie schön Segeln, Friesland, Amwindkurs und das Leben sein können, hat unser Fotograf Oli mit seiner Kamera eingefangen. Wer bei diesen Bildern nicht ins Schwärmen gerät, dem fehlt nicht nur eine ordentliche Portion Romantik, sondern kann als scheintod klassifiziert werden. Vielen Dank an Oli für die tollen Fotos:

 

Nach einer kurzen, sternenklaren und vor allen Dingen bitterkalten Nacht, gab es bereits die ersten Ausfälle. Scheinbar führt das Anlassen der Heizung im Bungalow und der Segelschuhe an den Füssen während der Nachtruhe zu extremen Kopfschmerzen und einer belegten Zunge am nächsten Morgen. Der medizinisch gebildete Rheinländer spricht hier fachmännisch vom so genanten „Suff“.

Falsch informierte setzten das Gerücht in die Welt, es wären, in der Nacht zuvor, stark angeschlagene Gestalten durch die Nacht torkelnd, gesehen worden.

Nach einem ausgiebigen Frühstück, das die Lebensgeister wieder weckte, wurden am Samstagvormittag die Boote klar gemacht,

während andere Crews zunächst die warmen Sonnenstrahlen genossen

Der Wind frischte sehr stark auf und so wurden die Törns auf das Revier vor der Haustür beschränkt. Der Wind war so heftig und böig, dass an einem Boot sogar eine Winsch brach. Totto konnte den Schaden jedoch schnell wieder beheben.

Dieser Segeltag wurde ohne weitere Vorfälle beendet. An diesem Abend stand Selbstverpflegung an. Von gebackenem Fisch über Spaghetti-Spezial bis hin zu eingeweckten Köstlichkeiten, die zwei Segelfreunde in einem Kochkurs für Segler erlernten, wurden die leckersten kulinarischen Genüsse kredenzt. Auch dieser Abend ging – typisch für Amwindkurs - wieder sehr, sehr gesellig zu Ende.

Der Sonntagmorgen begann wie der Samstagmorgen. Nämlich mit einem ausgiebigen Katerfrühstück.

Nachdem die eine oder andere Katze gekrault war, hieß es wieder Boote fertig machen zum Auslaufen.

An diesem Tag blies der Wind nicht all zu stark und unter günstigem Wind wurde Heeg als Tagesziel erkoren. 26 Michelinmännchen besetzten die Boote und stachen in See. In Heeg wurde das Pfannkuchenhaus als Etappenziel aufgesucht. Dort wurde alles konsumiert, was irgendwie versprach heiß zu sein.
Der Tag startete mit wunderbarem Sonneschein. Allerdings verlor die Sonne zum späteren Zeitpunkt die Lust, und lies den Wolken wieder den Vortritt. Später ging es dann bei Schneetreiben wieder nach Langweer. Hier sehen wir einen so genannten Schneebären
Navigation an diesem Tag nur per GPS und Straßenkarte
Auch an diesem Abend…. Der Ostermontag hatte noch eine tolle Überraschung parat. Er bescherte uns das, was uns der Heiligabend seit Jahren beharrlich verwehrt: Schnee. Während die einen den schönen Tag für einen letzten Törn nutzten traten die ersten schon die Heimreise an.
   
by Micha